SEO nach Panda … geht noch was?

In der letzten Zeit wurde viel darüber gesprochen, dass Google durch den Launch der neuen Panda (Google Farmer) und Penguin Algorithmen SEO “getötet” bzw. überflüssig gemacht hat.

Ist SEO wirklich überflüssig?

Ja klar!! könnte man meinen, wenn man sich die Verluste beim organischen Traffic 2011 und 2012 anschaut. Panda kam im Februar 2011 und nahm oftmals bis zu 50 Prozent des Traffics mit sich – für viele SEO-Manager in Unternehmen erst mal ein Schock!

Stimmt das „Ja klar“ oder … ?

Um die zentrale Frage dieser Blogpost final klären zu können, muss der SEO-Manager durch seine Audits bzw. Reports gehen und die sog. „Lost Traffic Site Audits“ gründlich durchforsten – im Idealfall geht man bis Anfang 2011 zurück und analysiert die Seiten-SEO-Maßnahmen (Onsite / Offsite) genau, um sich final eine Meinung bilden zu können.

Wenn man dies tut, wird man bei den meisten Seiten feststellen, dass SEO nicht tot ist. Dagegen sind SEO-Tricks- und sog SEO-Shortcuts in einem „Life-Support“-Level angekommen oder sogar schon wirklich tot. Wenn das SEO eines Unternehmens nur auf derartige Tricks und Shortcuts beruht hat, dann – ja – dann ist SEO wirklich tot. Ganz im Gegenteil (!) – es ist nicht nur tot, sondern einige Tricks, die damals d.h. von Panda noch gewirkt haben, können heute der Seite sogar Schaden zufügen.

SEO funktioniert nach Panda und Penguin etwas anders als noch 2010. SEO bedeutet heute nicht nur die Optimierung auf spezifische Keywords – sondern es geht eher um technische Fragstellungen, Social Signals und besonders um die Glaubwürdigkeit, die „Trustworthiness“ eines Unternehmen und der Webseite. Schaut man sich die „Lost Traffic Website Audits“ genauer an, dann findet man meist um die 18 Probleme, die die  hohen Verlusten des „Organic Google Traffic“ verursacht und damit auch einen Rückgang in der „Conversion“ und damit in Verkauf bzw. Umsatz geführt haben.

Hier die Probleme, die mir aufgefallen sind:

1. Duplicate Content / Kopien etc.

2. Keyword Stuffing

3. Doorways

4. Links im Footer

5. Auto-Anker-Texte

6. Spam-Kommentare

7. Seiten von geringer Qualität

8. Einfache Präsentation der Texte

9. Schlechter Schreibstil bzw. schlechte Texte

10. Allgemeine technische Probleme

11. Kein Inhalt (no-content)

12. Merry-Go-Rounds bzw. sog. Content Karusselle

13. Unnatürliche Links

14. Semi-hidden Text

15. Snippet-Missbrauch

16. Unglaubwürdigkeit

17. Semi-Hidden Texte

18. Inhalt below fold

Einige der oben aufgeführten Punkte wurden in der Vergangenheit absichtlich von SEO-Experten vorgenommen bzw. gehörten in der SEO-Welt zum guten Ton. Andere waren ungewollt bzw. hatten vor Panda keine Auswirkungen auf die Google-Indexierung. Gerade „doppelter Inhalt” sog. „duplicate content“ ist oft unabsichtlich aufgetreten u.a. wurde durch allgemeine technische Probleme verursacht. Oftmals konnte man folgende Problemfelder in Kategorien unterscheiden:

1. Technische Probleme

2. Inhaltliche Probleme

3. Usability Probleme

4. Verlinkungs-Probleme

5. Outright Deception (Täuschungen)

Für 2012 und 2013 ist es nun wichtig die Seiten und die SEO zu beobachten und so finale Schlüsse für die „neue“ SEO bzw. der Post-Panda-SEO zu ziehen – wie meist – ist SEO nun wieder eine Trail-And-Error-Wissenschaft. Dennoch gibt es einige Learnings, die man schon heute für eine gute SEO nutzen kann: Technische Probleme auf der Seite beachten und beheben, Optimierung auf spezifische Keywords lockerer sehen, Entwicklung einer substanziellen Content- und Social-Media-Strategie vorantreiben und diese leben.

Technische Probleme

Technische Probleme wirken sich sehr stark auf die Qualität der SEO aus. Technische Problemen müssen immer schnell und gründlich beseitigt werden. Gerade veraltete CM-Systeme können hier großen Schaden anrichten. Es ist nach Panda und Penguin nun höchste Zeit bekannte technische Probleme auf Seiten zu beheben und die Seite technisch korrekt ins Web zu stellen, wenn man eine gute SEO betreiben möchte.

Weniger über die Optimierung von Texten auf spezifische Keywords nachdenken

Dieser SEO-Imperativ wirkt auf viele sicher sehr merkwürdig. Jahrelang hat man gelernt, dass gute SEO durch die Optimierung von Texten auf spezifische Keywords betrieben wird und dies soll nun nicht mehr gültig sein? Kaum zu glauben – oder? Ein zu starker Fokus auf ein Keyword bzw. auf Keywords kann das Ranking der Seite sogar stark schädigen. Karon Thackston und Matt Cutts haben dieses Phänomen der Post-Panda-Zeit auf ihren Blogs (z.B. http://www.mattcutts.com/blog/) ausführlich über mehrere Beiträge hinweg beschrieben – sehr lesenswert. Das neue SEO-Mantra in Sachen Keywords lautet folglich: “Less is more”.

Setze auf eine Content- und Social-Media (Marketing)-Strategie

Vergessen Sie das althergebrachte Link-Building. Google bewertet diese Bemühungen nach Panda meist als „Web Spam“. Es hilft also nichts den Link der eigenen Webpage z.B. als „Forum-Signatur“ oder in jeden Kommentar einzubinden. Diese Bemühungen sind „durch“, sinnlos und stellen eigentlich pure Zeitverschwendung dar.

Anstelle dieses „Web Spams“ wurde seit Panda der sinnvolle Artikel, die Blogpost, der Nutzwertbeitrag von „wirklichen“ Journalisten, Bloggern oder Textern etc. gesetzt (Hand aufs Herz: War uns aber auch schon vorher klar – oder?). Im Normfall liefern die angesprochenen Blogger diese Texte („Truly of interest“) zu den Menschen (Teilöffentlichkeiten), die der Inhalt wirklich interessiert – d.h. sie (als Unternehmen) sprechen mit dem relevanten Content ihren Kernmarkt bzw. den „target market“ direkt an.

Daher ist es wichtig genau zu erkennen, wo die relevante Teilöffentlichkeit bzw. der „target market“ unterwegs ist – sei es auf Twitter, Facebook oder Google+, Foren oder / und Blogs (Social Media Analyse).

Sprechen Sie diese Teilöffentlichkeit, wenn Sie sie kennen, direkt an und bauen Sie mit ihr eine Beziehung auf (Social Media Relations) – Das Ziel ist klar: Sie müssen der Teilöffentlichkeit klar machen, dass auf der Webpage ihres Unternehmens relevanter Inhalt steht und informieren Sie die Teilöffentlichkeit zudem darüber, wenn neuer Content auf der Seite eingepflegt wurde. Ideal ist es, wenn die Teilöffentlichkeit beginnt, die relevante Informationen, die das Unternehmen verteilt hat, auf Social Media Channels zu sharen / teilen – dann entsteht das Idealbild der SEO, die Social SEO und diese wirkt auf Google nachhaltig und tief.

Besonders wichtig: Bauen Sie Vertrauen bei Google auf  - „Earn Google´s Trust“

Wenn der Content der Seite nicht so gut ist und die Seite übertrieben auf Keywords optimiert ist, wirkt dies auf Google nicht „vertrauenswürdig“ – es ist keine trusted Webpage. Wenn alle Verlinkungen die das Unternehmen im Web verteilen auf Ihre Corporate Webpage verlinken (z.B. immer wieder die Wiederholung des Seitennamens bzw. der Firma) wirkt sich dies auch eher negativ auf die Google-Indexierung aus. Wichtig dagegen ist, dass man derartige Shortcuts aus seiner Toolbox nimmt und zu echter Arbeit übergeht – d.h. Blogger-Relations betreibt und z.B. Community-Building konsequent umsetzt.

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das nichtankommen ist die schoenste form des daseins.